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Glossar

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A

Altlasten

ehemalige Deponien, Industrie- und Gewerbestandorte, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.

Altmoräne

Bezeichnung für Moränen, die während der Vereisungen vor der Weichsel- bzw. Würm-Kaltzeit abgelagert wurden.

anthropogen

durch den Menschen beeinflusst oder geschaffen

Auelehm

feinkörnige Flussablagerungen in der Aue (Auensediment), die sandiglehmig und teilweise humushaltig sind und mehrere Meter Mächtigkeit aufweisen können

Ausgangssubstrat

das Material, dass zu Beginn der Bodenbildung an der Geländeoberfläche angestanden hat

Ausgleichsküste

Küste mit nahezu geradlinigem Verlauf, die durch küstenparallele Sedimentbewegungen, aber auch durch Abspülen von Vorsprüngen aus Lockersedimenten entsteht

Auswaschungshorizont

A-Horizont des Bodens, der an gelösten oder transportablen Partikeln wie z. B. Ton oder Humus verarmt ist

B

Basalt

durch Erstarren des Magmas an der Erdoberfläche entstandenes dunkles, oft schwarzes Gestein, das ein feines Gefüge besitzt und sehr widerständig ist

Basalt

Durch Erstarren des Magmas an der Erdoberfläche entstandenes dunkles, oft schwarzes Gestein, das ein feines Gefüge besitzt und sehr widerständig ist.

Bearbeitungserosion

flächeninterner Bodentransport durch Bodnbearbeitungswerkzeuge in hängigem Gelände

Biosphärenreservat

ein Schutzgebietstyp für den Schutz und die naturverträgliche Entwicklung von Kultur- und Naturlandschaften mit einer Fläche von 1-300.000 ha

Biotop

umfasst einen abgrenzbaren Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (sowohl Flora als auch Fauna); die Gesamtheit gleichartiger Biotope wird als Biotoptyp bezeichnet (z. B. Binnengewässer)

Bodenart

Bezeichnung der Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Bodenmaterials nach dem prozentualen Anteil der drei Kornfraktionen Sand, Schluff und Ton

Bodenerosion

durch Eingriffe des Menschen verstärkte und durch starke Niederschläge oder Wind ausgelöste Prozesse der Ablösung, des Transportes und der Ablagerung von Bodenpartikeln

Bodenfruchtbarkeit

Fähigkeit des Bodens, seine ökologischen Funktionen zu erfüllen und Nutzpflanzen das Wachstum und die Entwicklung zu ermöglichen

Bodenorganismen

Gesamtheit der im Boden lebenden tierischen und pflanzlichen Organismen

Bodenschutzgesetz, Bodenschutzverordnung

Nationales Gesetz (BBodSchG), seit 1999 in Kraft als Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten mit entsprechender Verordnung zur Umsetzung

Bodenschätzung

Verfahren zur Bewertung des Bodens nach seiner Beschaffenheit und seiner Ertragsfähigkeit, wobei Schätzungen für Ackerland und Grünland durchgeführt werden

Bodentyp

Bezeichnet Böden mit ähnlichem Entwicklungsstand und charakteristischen Horizontabfolgen, die sich von Böden mit einem anderen Entwicklungsstand unterscheiden

Bodenverdichtung

Vorgang, bei dem der Boden durch den Einsatz von Maschinen und Fahrzeugen in der Land-, Forst- und Bauwirtschaft verdichtet wird, wodurch sich das Gesamtporenvolumen des Bodens und die Versickerungsleistung verringert

Bodenversalzung

ist ein Prozess, der maßgeblich klimatisch gesteuert wird und in erster Linie in Trockengebieten auftritt. Besonders betroffen sind bewässerte Standorte mit sehr hoher Verdunstung. Versalzte Böden sind für den Ackerbau unbrauchbar und kaum zu sanieren

Bodenversauerung

Prozesse der Konzentrationszunahme der freien Wasserstoffionen im Boden, wodurch der pH-Wert des Bodens absinkt

Braunerde

Braunerden weisen einen humosen A-Horizont auf, darunter folgt ein verbraunter B-Horizont und darunter das Ausgangsmaterial der Bodenbildung, der C-Horizont. Sie haben eine große Verbreitung und sind recht fruchtbar
Vergleich: Boden des Jahres 2008

Buntsandstein

Sandstein der untersten Abteilung der Trias von 225-215 Mio. Jahren vor heute, vorwiegend sedimentiert im Bereich von episodisch wasserführenden Flussbetten und Flussdeltas

Börde

Kulturlandschaft in Norddeutschland, in der sich aufgrund der eiszeitlichen Lössablagerungen Böden mit einer hohen Bodenfruchtbarkeit gebildet haben

C

Catena

regelhafte Abfolge von Böden oder Landschaftstypen in einem Gebiet

D

Dauergrünland

landwirtschaftliche Fläche, die durchgehend als Wiese, Weide oder Mähfläche genutzt wird

Deckgebirge

Sedimentgesteine des Erdmittelalters (Mesozoikum) über den älteren, kristallinen Gesteinen des Erdaltertums (Paläozoikum)

Decksand

weitgehend ungeschichtet erscheinendes eiszeitliches Sediment, das im nordmitteleuropäischen Vereisungsgebiet verbreitet ist

Devon

geologische Formation des Erdzeitalters Paläozoikum von 405-360 Mio. Jahren vor heute

Dioxine

Sammelbezeichnung für chemisch ähnlich aufgebaute chlorhaltige Verbindungen, die toxische Eigenschaften haben und in Form von 210 verschiedenen Arten vorkommen

Doline

trichterförmige Oberflächenform verschiedener Tiefen und Durchmesser in Karstlandschaften, die durch Einsturz von Höhlen und durch Lösungsprozesse im Gestein oder im oberflächennahen Untergrund entstehen

Dolomit

Sedimentgestein, das sich hauptsächlich aus dem Mineral Dolomit zusammensetzt

E

Eisrandlage

Endbereich eines Gletscher- oder Inlandeisgebietes, das durch Endmoränen gekennzeichnet ist

Eiszeit

Periode kühlen bis kalten Klimas innerhalb eines Eiszeitalters, die durch Gletschervorstöße und Inlandeisbildung geprägt ist

Endmoräne

markiert den Eisrand des Gletschervorstoßes und ist bogenförmig angeordnet

F

Fahlerde

Parabraunerde mit sehr starker Tonverlagerung und anschließender Versauerung, wodurch ein "fahler" Horizont unter dem Humushorizont entsteht
Vergleich: Boden des Jahres 2006

Fauna

Tierwelt innerhalb eines bestimmten Gebietes, zum Beispiel eines Kontinents

Feinstaub

komplexes Gemisch fester und flüssiger Partikel kleiner als 10 µm, spielen als Belastung für die Gesundheit zunehmend bei Winderosionserscheinungen eine Rolle
Vergleich: Winderosion

Feldhecke

schmale lineare Gehölzpflanzung, die aus Sträuchern und vereinzelten Bäumen besteht; dient neben der Abgrenzung der Felder auch als Lebensraum für Kleinlebewesen, als Sicht-, Wind- und Emissionsschutz

Feldspat

gut spaltbares Mineral, welches zu einem großen Teil die Erdkruste aufbaut und eine gerüstartige Kristallstruktur aufweist

Fließerde

Solifluktionsdecke, die durch das sommerliche Auftauen von Boden auf dauerhaft gefrorenem Untergrund schon bei geringem Gefälle ins Fließen gerät

Flora

Pflanzenwelt innerhalb eines bestimmten Gebietes, zum Beispiel eines Kontinents

Flugsand

vom Wind transportiertes Material der Sandkorngröße, das oftmals deckenartig abgelagert wird

Fruchtfolgen

bestimmte, mehrjährige Anbaufolge verschiedener Ackerkulturen, die an die Klima- und Bodeneigenschaften sowie die Betriebsstruktur angepasst ist, möglichst den Schädlingsbefall unterdrückt und einen hohen Ertrag gewährleistet

Frühblüher

Pflanzen, die im Vorfrühling und Frühling trotz niedriger Temperaturen, Schnee und gefrorenem Boden blühen

Futterbau

landwirtschaftlicher Anbau von Nutzpflanzen ausschließlich für die Tierfütterung

G

Gabbro

grobkörniges Tiefengestein, das eine braune bis grün-schwarze Farbe aufweist

Geest

Landschaftstyp Norddeutschlands im Bereich der Altmoränen aus überwiegend sandigen Substraten, heute gekennzeichnet durch wenig fruchtbare Böden

Gefüge

Struktur und Anordnung der festen und verklebten Bodenpartikel in kleinere oder grössere Gefügeteile, die von Hohlräumen unterschiedlicher Größe gegliedert werden

Geschiebe

durch Gletscher oder Inlandeis transportierte und dabei abgeschliffene Gesteinstrümmer, die in Moränen abgelagert werden

Geschiebedecksand

ungeschichteter, eiszeitlicher Sand, der das nordmitteleuropäische Vereisungsgebiet überzieht

Geschiebelehm

verwittertes entkalktes Material mit Steinen und Blöcken, das vom Gletscher abgelagert wurde

Geschiebemergel

lehmiges kalkhaltiges Material mit Steinen und Blöcken, das vom Gletscher abgelagert wurde

Gezeitenablagerungen

durch die periodischen Wasserstandsschwankungen in Folge Ebbe und Flut an der Küste abgelagertes Sediment

glazial

eiszeitlich

Glazialbecken

eine durch einen Gletscher geformte Hohlform

glaziale Serie

durch Gletscher und Schmelzwasser entstandene, regelhafte Abfolge von Oberflächenformen: Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal

Gley

Gleye sind Grundwasserböden, sie sind ganzjährig vom Grundwasser geprägt. Das typische Bodenprofil dieser Böden spiegelt die Grundwasserschwankungen im Jahresverlauf wider.
Vergleich: Boden des Jahres 2016

Glimmer

Mineralgruppe, die am Aufbau vieler magmatischer Gesteine beteiligt ist und eine blättchenartige Kristallstruktur aufweist

Gneis

durch Umwandlung auf Grund von Wärme- und Druckänderung entstandener kristalliner Schiefer, der aus Feldspat, Quarz und Glimmer besteht

Grabenbruch

tektonischer Vorgang, bei dem zwischen zwei verschobenen Gesteinspaketen ein Teil der Erdkruste einbricht oder sich absenkt, so dass ein Graben entsteht, der Größen im cm- bis km-Bereich annehmen kann

Granit

magmatisches Tiefengstein mit körniger Struktur und grauer bis rötlicher Färbung, das sich hauptsächlich aus Kalifeldspat, Quarz und Glimmer zusammensetzt

Grobboden

bezeichnet die Korngrößenfraktion von > 2 mm

Grundgebirge

ältere Formation eines Gebirges unter dem Deckgebirge

Grundmoräne

besteht aus lockerem und festem Gesteinsmaterial unterschiedlicher Größe, das am Grund des Gletschers unsortiert abgelagert wurde und nach dem Schmelzen der Gletscher als kuppige Geländeoberfläche in der Landschaft erkennbar ist

Gäulandschaft

im schwäbisch-fränkischen Schichtstufenland verbreiteter Landschaftstyp, der wegen der Bedeckung des Untergrundes mit Löss sehr fruchtbar ist

H

Hochmoor

entsteht durch Regenwasserüberschuss bei geringer Verdunstung (Vergleich: vollgesogener Schwamm). Der Torfkörper wächst immer weiter in die Höhe. Hochmoore stehen unter Naturschutz und sind Standort für seltene Pflanzen wie Sonnentau und Wollgras.
Vergleich. Niedermoor

Holozän

jüngster Abschnitt der Erdgeschichte, der die 10.000 Jahre nach der letzten Eiszeit umfasst und bis in die Gegenwart reicht; Untereinheit des Quartärs

Horizont

horizontale Schicht oder Lage im Boden, welche durch Prozesse der Bodenentwicklung entstanden ist und in Struktur und Zustand eine abgrenzbare Einheitlichkeit aufweist

Huminstoffe

sehr kleine, dunkel gefärbte, organische Partikel, die für die Nährstoffaufnahme und Wasserbindung der Böden wichtig sind und die Gefügebildung und den Wärmehaushalt beeinflussen

Humus (organische Substanz)

die gesamten abgestorbenen und in der Zersetzung befindlichen organischen Pflanzen- und Tierbestandteile, die im Oberboden mit den Partikeln der mineralischen Bodenbestandteile vermischt sind und dann auch als Mutterboden bezeichnet werden oder getrennt vom Oberboden als Auflagehumus aufliegen

Hydroxide

Verbindungen mit OH-Gruppen, die in Lösung basisch reagieren

I

Ion

ein Atom, dass ein oder mehrere negative (Anionen) oder positive (Kationen) elektrische Ladungen besitzt und daher chemische Verbindungen eingehen kann

J

Jungmoräne

Bezeichnung für Moränen, die in den Vereisungen der Weichseleiszeit abgelagert wurden

K

Kalkmarsch

Kalkmarschen sind kalkhaltige, tidebeeinflusste Grundwasserböden aus marinen Ablagerungen. Sie sind ein Charakteristikum junger, eingedeichter Gebiete der Nordseeküste
Vergleich: Boden dees Jahres 2009

Kalkpaternia

kalkhaltiger bis sehr kalkreicher junger Auenboden

Kalkstein

weit verbreitetes Sedimentgestein, das hauptsächlich aus Calciumcarbonat besteht und oberirdisch und unterirdisch besondere Formen ausbildet, zum Beispiel die Karstlandschaft

Kaltzeit

Epoche relativ kühlen bis kalten Klimas innerhalb eines Eiszeitalters wie zum Beispiel dem Pleistozän

Karstlandschaft

Landschaftstyp, der auf der Karbonatverwitterung von leicht löslichen Dolomit-, Gips- oder Kalkgesteinen basiert. Charakteristisch sind die vielfältigen Karstformen die sich aus ausgekerbten Rinnen (Karren) annähernd kreisförmigen Hohlformen (Dolinen) und weiteren Erosions- und Ablagerungsformen zusammensetzen

Knick

Wallhecke, die zur Umgrenzung eines Flurstücks dient

Kolluvisol

Boden mit einem mächtigen durch Erosion akkumulierten humosen Umlagerungshorizont

Konglomerat

Sedimentgestein, das aus gerundeten Gesteinstrümmern besteht, die durch tonige oder kalkhaltige Bindemittel zu einem neuen Gestein verkittet werden

Konservierende Bodenbearbeitung

Reduzierte Bodenbearbeitung ohne wendendes Pflügen bis hin zur Direktsaat zur Erhaltung abgestorbener Pflanzenreste der Vorfrucht zum Schutz vor Bodenerosion.
Vergleich: Bodenerosion

Korngrößenfraktion

definierter Durchmesser von Boden- oder Gesteinspartikeln

Kreidezeit

Teil des Erdmittelalters von 130 - 70 Mio. Jahren vor heute

Kristallin

Gesteinsbereiche aus hartem und widerstandsfähigem Gestein, die das Grundgebirge bilden

L

Lackprofil

naturgetreues Abbild eines Bodens, durch Kunstharze und Lacke präpariert

Lessivierung

Verlagerung von Tonteilchen mit dem Sickerwasser in tiefere Bodenbereiche, wodurch es zu einer Tonanreicherung im Unterboden kommt

Lockersediment

unverfestigtes Sediment

Löss

kalkhaltiges, gelblich-braunes, ungeschichtetes Lockersediment, das durch den Wind abgelagert wird (Lösseinwehungen). Löss in Norddeutschland stammt aus den Kaltzeiten des Pleistozäns, wo er aus den Gletschervorfeldern ausgeweht und in Mittel- und Westeuropa abgelagert wurde. Zu den Arten des Löss gehören Sandlöss, Lösslehm und Flugsand

M

Marsch

Landschaftstyp im Küsten- und Flussmündungsbereich unter dem Einfluss der Gezeiten. Charakteristisch ist die Feinkörnigkeit der periodisch abgelagerten Sedimentschichten. Nach Eindeichung und Absenken des Salzgehaltes kann diesen Bereichen eine gute landwirtschaftliche Nutzbarkeit zugesprochen werden. Dieser Prozess teilt die Marsch in einzelne Entwicklungsstufen (Rohmarsch, Knickmarsch, Kleimarsch und Kalkmarsch).

Mergel

Sedimentgestein bestehend aus einem Gemisch aus Kalk und Ton

Molasse

Ablagerungsabfolge aus dem Tertiär im nördlichen Alpenvorland

Montanindustrie

Begriff für den Bergbau sowie die Eisen- und Stahlindustrie

Moorfolgeböden

entwässerte und intensiv als Ackerland genutzte Niedermoore, die hochgradig winderosionsgefährdet sind und ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher und zu schützende Landschafstselemente verloren haben
Vergleich: Niedermoor

Moorkultivierung

anthropogene Nutzung eines Moores

Morphologie

äußere Form oder Gestalt geowissenschaftlicher Objekte, zum Beispiel die Oberflächenformen der Erde

Moräne

das gesamte vom Gletscher transportierte und abgelagerte Material, wobei hinsichtlich der Position und Gestalt des Gletschers verschiedene Typen der Moränen unterschieden werden

Mulde

nach unten gewölbter Teil einer Falte als Ergebnis der durch seitliche Kompression entstandenen Verformung von Gesteinen

Mull

Humusform, bei der eine intensive Durchmischung der gut abgebauten organischen Substanz mit dem Mineralboden vorhanden ist

Muschelkalk

grauweißliches bis gelbliches Kalkgestein bzw. Ablagerung aus dem Erdmittelalter (Mesozoikum)

N

Niedermoor

Niedermoore entstehen und werden gespeist durch mineral- und nährstoffreiches Grundwasser bevorzugt in Niederungen oder antlang von Seen und Flüssen. Sie sind vorrangig in Regionen der nördlichen Halbkugel zu finden, in denen mehr Niederschlag fällt als verdunstet.
Vergleich: Boden des Jahres 2012
Vergleich: Hochmoor

O

Oxidation

Reaktion von Elementen mit Sauerstoff, die eine Elektronenabgabe zur Folge hat

Oxide

Verbindungen chemischer Elemente mit Sauerstoff

P

PAK

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe sind eine Stoffgruppe organischer Verbindungen, die toxische Eigenschaften haben und in Kohle sowie Erdöl vorkommen

Paternia

sandiglehmiger, kalkhaltiger junger Auenboden grauer bis schwach brauner Färbung

PCB

Polychlorierte Biphenyle sind chemische Chlorverbindungen, die toxische Eigenschaften haben und in Form von 209 verschiedenen Arten vorkommen

Pflanzenschutzmittel

Sammelbegriffe für chemische Verbindungen, die zum Schutz von Nutzpflanzen vor Schädlings- oder Krankheitsbefall und zur Bekämpfung von Schadorganismen eingesetzt werden

pH-Wert

Maßzahl für die Wasserstoffionenkonzentration der Bodenlösung, welche die basische, neutrale oder saure Reaktion kennzeichnet und stoffhaushaltliche Prozesse beeinflusst

Plaggenwirtschaft

Art der Bodendüngung, bei der ausgestochene Humusstücke des Oberbodens als Einstreu in den Viehstall verbracht wurden und nach Anreicherung mit Harn und Kot wieder auf die dorfnahe Ackerflur ausgebracht wurden
Vergleich: Plaggenesch-Boden des Jahres 2013

Plateau

Hochfläche größerer Ausdehnung, die sich durch ebene Flächen mit geringem Gefälle auszeichnet

Pleistozän

letztes von mehreren Eiszeitaltern der Erdgeschichte mit weltweitem Temperaturrückgang; Untereinheit des Quartärs von vor 2,3 Mio. Jahren bis 10.000 Jahren vor heute dauernd

Podsolierung

Prozess der abwärts gerichteten Verlagerung von Eisen- und Aluminiumoxiden sowie Huminstoffen mit dem Sickerwasser, der zur Bildung von Podsolen führt
Vergleich: Boden des Jahres 2007

Porenvolumen

Anteil der wasser- und luftgefüllten Hohlräume am gesamten Bodenvolumen angegeben in Volumen Prozent

Porphyr

Sammelbegriff für vulkanische Gesteine mit einer dichten und feinkörnigen Grundmasse, in der auffallend große Kristalle enthalten sind

postglazial

nacheiszeitlich; auf die Zeit nach der letzten Kaltzeit des Pleistozän bezogen

Pseudogley

Bodentyp, der durch den Wechsel von starker Nässe infolge gestauten Sickerwassers und Austrocknung entsteht und dadurch eine charakteristische fahlgraue und rostfarbene Marmorierung besitzt
Vergleich: Boden des Jahres 2015

Q

Quartär

jüngstes System der Erdgeschichte und Formation des Erdzeitalters Känozoikum von vor 1,7 Mio. Jahren bis in die heutige Gegenwart reichend; untergliedert in Pleistozän und Holozän

Quarz

wichtiges gesteinsbildendes Mineral aus kristalliner Kieselsäure

R

Rambla

Rohboden auf Auesedimenten

Rekultivierung

Durchführung umfassender Maßnahmen zur Wiederherstellung von Landschaftsteilen, die durch wirtschaftliche und technische Nutzung gestört bzw. zerstört sind, z. B. ehemalige Bergbaugebiete

Relief

Oberflächenform der Erde

Retention

Fähigkeit, Niederschlag in der Pflanzendecke, im Boden oder im Grundwasser zurückzuhalten; wirkt sich auf die Höhe des Abflusses aus und dämpft die Gefahr von Hochwasser

Rigosol

künstliche Böden, die durch das tiefgreifende Umschichten (Rigolen) von Bodenmaterial durch den Menschen entstehen; z. B. Weinbergsböden
Vergleich: Boden des Jahres 2014

Rinnensee

lang gestreckter tiefer See, der im Aufschüttungsbereich ehemals vergletscherter Gebiete durch die Erosion nacheiszeitlicher Schmelzwässer entstanden ist

Rohboden

bildet das Anfangsstadium der Bodenbildung und besteht aus einer lückenhaften nur gering ausgeprägten Lage abgestorbener pflanzlicher organischer Substanz über dem weitgehend unverwitterten Ausgangsgestein

S

Saale-Eiszeit

vorletzte Kaltzeit des Pleistozäns von etwa 300.000 bis 128.000 Jahren vor heute, die die räumlich ausgedehnteste Kaltzeit im Bereich des nordischen Inlandeises bildete

Sander

keilförmige Fläche, die beim Abtauen eines Gletschers durch das Schmelzwasser gebildet worden ist, entsprechend ihrer Entfernung vom Eisrand wurden gut sortierte Schotter und Sande abgelagert

Sandstein

ein Sedimentgestein

Schichtstufe

Landschaftsform bzw. Geländestufe, die durch das Übereinanderliegen von unterschiedlich widerstandsfähigen Gesteinen und der damit verschieden schnell wirkenden Verwitterung entsteht

Schiefer

Gesteine, die sich leicht in dünne, mehr oder weniger ebene Platten spalten lassen; durch Diagenese, d.h. sich unter Druck vollziehende Umwandlung von Lockergesteinen in Festgesteine, entstanden

Schiefergebirge

hauptsächlich aus Schiefer bestehendes Gebirge

Schlag

Ackerstück, das einheitlich mit Ackerkulturen bebaut wird und nicht durch Flurelemente unterbrochen ist

Schluff

Bodenpartikel der Korngrößen 0,002 - 0,063 mm

Schwarzerde

im kontinentalen Steppen- und Waldsteppenklima vor allem aus Löss entstandener Boden mit einem mächtigen Humus-Horizont, der durch das Zusammenwirken von Witterungsverlauf, Steppenvegetation und Tätigkeit der Bodenorganismen entstanden ist und fruchtbare Ackerböden bildet
Vergleich: Boden des Jahres 2005

Schwermetalle

Gruppe von Elementen, die je nach Konzentration für Mensch, Flora und Fauna giftig sein können. Zu ihnen gehören zum Beispiel Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber und Zink

Schwerspatabbau

Abbau des durchscheinenden, farblosen, gelblichen oder blauvioletten Minerals Schwerspat, auch als Baryt bezeichnet

Sediment

Verwitterungsprodukt, das durch Wasser, Eis oder Wind schichtweise abgelagert wird und locker bis erdig sein kann

Sedimentation

Ablagerung von Gesteinsmaterial unterschiedlicher Größe

Sedimentgestein

entsteht durch die Verfestigung der abgelagerten lockeren Sedimente unter hohem Druck und hoher Wärme

Silikate

Mineralgruppe aller Verbindungen mit Siliziumoxid, die je nach Kristallstruktur z.B. inselartig oder schichtartig sein können. Zu ihnen gehören die Feldspäte, Glimmer und Tonminerale

Solifluktion

hangabwärts gerichtetes Bodenfließen aufgrund von abwechselnd auftauendem und gefrierendem Bodenmaterial über ganzjährig gefrorenem Untergrund

Starkregen

große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit, die bei unbedecktem Boden zu Erosion führen können

Streu

auf dem Boden aufliegendes abgestorbenes organisches Material, wie Blätter, Nadeln, Zweige, das die oberste Lage über dem Humus bildet

Subterra

unterirdisch

Säure

Verbindungen, die Wasserstoffionen abgeben können und damit eine saure Reaktion der Bodenlösung bewirken

Säureneutralisationskapazität

Fähigkeit eines Bodens, Säure zu neutralisieren und abhängig von der Pufferkapazität der vorhandenen Puffersubstanzen

T

technogenes Substrat

vom Menschen geschaffenes oder stark verändertes Ausgangsmaterial für die Bodenbildung, vor allem in städtischen Gebieten vorkommend
Vergleich: Technosol oder Stadtböden-Boden des Jahres 2010

Terra Fusca

ockerfarbiger oder hellbrauner bis schwach rötlich brauner Boden auf Kalkstein, mit einem meist geringmächtigen, humosen Oberboden gefolgt von einem tonreichen, völlig entkalkten Horizont

Tertiär

geologische Formation des Erdzeitalters Känozoikums vor 70 - 1,7 Mio. Jahren, in dem weltweit Gebirgsbildungen stattfanden, z. B. der Alpen

Tonmineral

blättchenförmige Minerale mit unterschiedlichem Schichtaufbau, die erst durch den Prozess der Verwitterung durch Umwandlung oder durch Neubildung aus Silikatgesteinen entstehen. Sie sind für die Nährstoffversorgung von Böden wichtig, da sie an freien Ladungsplätzen Ionen austauschbar binden können.

Tonverlagerung

Transport von Ton im Boden in tiefere Bodenschichten durch Lessivierung

Torfabbau

Abbau des in Mooren entstehenden organischen Materials Torf

Treibhauseffekt

Effekt, der durch Gase (CO2), Wasserdampf und Wolken in der Atmosphäre dafür sorgt, dass die kurzwellige Sonnenstrahlung zur Erdoberfläche gelangt, und ein Teil der langwelligen Rückstrahlung in der Atmosphäre verbleibt

Tschernitza

tiefgründig humoser, kalkhaltiger Auenboden grauer Färbung

Tuff

verfestigte Lockermaterialien vulkanischen Ursprungs, deren Grundmasse vulkanische Asche darstellt

Tundra

baumarme bis baumfreie Vegetationszone der Subpolar- und Polargebiete gebildet aus Gräsern, Zwergsträuchern, Moosen und Flechten, gekennzeichnet durch Dauerfrostboden und kurze Wachstumsperioden.

U

urban

städtisch, die Stadt betreffend

Urstromtal

Hauptabflussbahnen von Schmelzwässern der Gletscher, die im nordmitteleuropäischen Tiefland verbreitet sind und etwa parallel zum Rand einer Eisrandlage verlaufen

V

Vega

sandiglehmiger bis lehmiger Auenboden ockerbrauner bis rotbrauner Färbung
Vergleich: Boden des Jahres 2011

Vegetation

Gesamtheit der Pflanzen, die ein bestimmtes Gebiet bedecken, wobei die natürliche und die aktuelle Vegetation unterschieden werden können

Verbraunung

Verwitterung eisenhaltiger Silikatminerale, wobei Eisenverbindungen gebildet werden, die eine braune bis rotbraune Färbung bewirken; eng verbunden mit der Verlehmung, die zusammen zu der Entwicklung von Braunerden führt

Vereisung

Bildung und Ausbreitung von Inlandeis und Gletschern

Verlandung

Auffüllen und Austrocknen von Gewässern durch Ablagerung von Feinsedimenten, organischen Materials und verstärkt auftretendem Pflanzenwachstum

Verlehmung

Prozess der Bildung von Tonmineralen bei der Silikatverwitterung unter feuchten Bedingungen, wobei Lehm als ein Gemisch aus Sand, Schluff und Ton entsteht

Versiegelung

Bedeckung der natürlichen Bodenoberfläche mit Gebäuden und Straßenbelägen; es kommt zum Verlust der Bodenfunktionen und die im Boden ablaufenden Prozesse werden gestört bzw. finden nicht mehr statt

Verwitterung

Zerkleinerung, Lösung oder Zerfall von Gesteinen und Mineralen an der Erdoberfläche in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen; es werden drei Formen der Verwitterung unterschieden: die physikalische, die chemische und die biologische Verwitterung

W

Warmzeit

Epoche relativ warmen Klimas mit steigenden Temperaturen innerhalb eines Eiszeitalters wie zum Beispiel dem Pleistozän

Wassererosion

weltweit von zunehmender Bedeutung, hervorgerufen durch ein Zusammenwirken von Bodenerodierbarkeit, Niederschlagserosivität und erosionsfödernder Bewirtschaftung in hängigem Gelände.
Irreversibler Bodenverlust und Gewässerbelastung durch Schadstoffeinträge

Weichseleiszeit

jüngste Kaltzeit des Pleistozäns von 115.000 bis 10.000 Jahren vor heute, deren Eismassen in weiten Teilen des nordmitteleuropäischen Tieflandes die heutigen Landschaftsformen ausbildeten

Wiederbestockung

im Weinbau Anpflanzung von Weinstöcken auf brachliegenden Weinbergflächen

Winderosion

weltweites Problem, wird hervorgerufen durch einen Komplex von Bodenerodierbarkeit, Winderosivität, erosionsfördernder Bewirtschaftung, führt zu irreversiblen Bodenverlusten und einer starken Belastung der Infrastruktur über weite Entfernungen.
Vergleich: Feinstaub

Ä

äolischer Transport

Transport von Bodenmaterial durch den Wind
Vergleich: Winderosion