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Boden wird versiegelt

Wenn Böden versiegelt und bebaut werden, gehen wichtige Bodenfunktionen verloren.

© S. Lazar

Der Boden als natürlicher Wasserspeicher

Wie ein Schwamm speichert der Boden in seinen Poren Regenwasser. Je nach Bodenart, Humusgehalt und Bewuchs kann er bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und einem Meter Tiefe aufnehmen. Auf versiegelten Flächen wird entsprechend kein Wasser gespeichert. Wenn es viel regnet, ist das Wasserspeichervermögen des Bodens entscheidend. Je mehr Wasser gespeichert wird, desto langsamer steigt bei hohen Niederschlagsmengen der Wasserspiegel in den Flüssen.

© Praxis Geographie

Versiegelter Boden

Versiegelter Boden ist vom Kreislauf aus Bodenbildung, Grundwasserversickerung, Pflanzenwachstum abgeschnitten. Denn er ist überbaut, asphaltiert, mechanisch verdichtet oder befestigt. Das ist besonders dann kritisch zu sehen, wenn jeden Tag weitere Flächen zu den bereits versiegelten Flächen hinzukommen.
Trotz der Bestrebungen des Landes den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, haben wir in Deutschland noch in den Jahren 2011 bis 2014 täglich 69 Hektar an Freifläche für den Bau neuer Siedlungen und Verkehrswege in Anspruch genommen. Dabei ist davon auszugehen, dass ungefähr 45 % dieser Fläche vollkommen versiegelt wurde. Das entspricht somit einer versiegelten Fläche von 31,2 Hektar oder etwa 44 Fußballfeldern pro Tag.
Daten zum Status der Flächenversiegelung können unter dem Indikator „Anteil versiegelter Bodenfläche an Gebietsfläche“ im IÖR-Monitor eingesehen werden.

Was passiert bei Niederschlag?

Auf unversiegelten Flächen kann das Niederschlagswasser im Boden versickern. auf versiegelten Flächen fließt das Wasser dagegen oberflächig ab.

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Reine Verschwendung

Da auf versiegelten Flächen nur wenig Wasser versickern kann, wird der größte Teil des Niederschlags über Kanäle abgeführt. Das Wasser geht ungenutzt ins Abwassersystem und steht weder für Pflanzen oder den Menschen, noch für die Neubildung und Auffüllung der Grundwasserreservoirs zur Verfügung.

© A. Rehse

Wohin mit dem Wasser, wenn es nicht versickern kann?

Die Folge eines zu schnellen Abflusses zeigt sich vor allem bei Starkregen und bei lang anhaltenden Niederschlägen. Wenn der Boden das Wasser nicht aufnehmen kann, dann fließt es sehr rasch und in großen Mengen über die Abwasserkanäle in die Flüsse. Die Kombination aus Flussverbauung, Begradigung und Bodenversiegelung führt dann zu einer Situation, in der das Regenwasser nicht mehr zeitlich versetzt, sondern gleichzeitig in die großen Flüsse fließt: Hochwasserspitzen entstehen.

Wie entsteht Hochwasser?

In einem begradigten Fluss entstehen durch den schnellen Abfluss Hochwasserspitzen, während sich in einem natürlichen Bach- oder Flussbett der Abfluss verzögert und die Wassermengen ausgeglichen abfließen.