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Zukunftsentwicklungen

Die Nachfrage nach individuell nutzbarem Wohnraum ist weiterhin hoch.

© LANUV NRW/ Quelle: Statistisches Bundesamt

Nachfrage hält an

Die Flächennachfrage nach individuell nutzbarem Wohnraum wird weiter anhalten. Doch ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass beim Zuwachs nur die Verkehrs- und die Wohnflächen die großen "Flächenfresser" sind. Auch der großflächige Einzelhandel und ausgedehnte Gewerbegebiete tragen zum Flächenverbrauch bei. Auch neuausgewiesene Erholungsflächen können hier zu Buche schlagen.

  • Die Gebäude- und zugehörigen Freiflächen nahmen in den letzten Jahren zusammen mit den Betriebsflächen ohne Abbauland mit 43% den größten Teil des Flächenwachstums ein.
  • Nach Angaben des Liegenschaftskatasters beanspruchten die Erholungsflächen wie Sport-, Freizeit- und Grünanlagen im letzten Jahrzehnt vorübergehend den größten Teil der Flächenneuinanspruchnahme. Diese Schwankungen sind zum Teil erhebungstechnisch bedingt. Das heißt, dass es sich hierbei nicht in jedem Fall um eine tatsächliche Flächennutzungsänderung handeln muss.
  • Der Anteil der Verkehrsflächen am Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsflächen bleibt seit Jahren relativ konstant bei gut 20 Prozent. Dabei kamen im Jahr 2014 bundesweit täglich 23 Hektar neue Verkehrsflächen hinzu.
© Forum Vauban

Wird das Ziel 30 ha am Tag erreicht?

Die Tendenz stimmt. Aber kann man davon ausgehen, dass "nur" noch 30 ha pro Tag verbraucht werden? Oder dass, wie vermehrt gefordert, 0 ha pro Tag benötigt werden?

Kurz gesagt: Auch zukünftig ist davon auszugehen, dass ein zunehmendes Einkommen und billiges Benzin, also "die mobile Gesellschaft", die zunehmenden Freizeitaktivitäten, Hindernisse bei der Neunutzung von Baubestand, aber auch Subventionen für das Bauen auf der "Grünen Wiese" den Flächenverbrauch fördern werden. Darüberhinaus fordert auch der Bau von großflächigen Einzelhandelszentren, ausgedehnter Gewerbegebiete, neuer Handel- und Lagerstätten sowie der Bau neuer Verkehrsflächen seinen Tribut.

Es spricht somit viel dafür, dass der Flächenverbrauch auf einem hohen Niveau bleibt. Dabei sind die indirekten Folgen des Flächenwachstums mit Landschaftsfragmentierung, Zerschneidung, Verlärmung und die der Bodenzerstörung durch Rohstoffabbau und Altlasten sowie Hochwasserrisiken nicht zu unterschätzen.

© S. Lazar

Entwicklung in anderen Staaten

In anderen europäischen Staaten ist die Situation nicht besser als in Deutschland. Erwartungsgemäß liegen die USA weit an der Spitze, und der "urban sprawl" mit seinem "american way of life" unterliegt dort einer intensiven innenpolitischen Debatte. Nach den USA und dem dünnbesiedelten Nordeuropa sind das dichtbesiedelte Belgien Spitzenreiter in der pro Kopf Siedlungsflächeninanspruchnahme, gefolgt von Österreich, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Holland, und schließlich die südeuropäischen Länder, in denen aber in den letzten Jahrzehnten die Küstenzonen besonders stark versiegelt wurden.
Ein besonderes Problem stellt der Flächenverbrauch auch in den Talräumen der Alpenländer dar. Aber es gibt auch gute Beispiel in Europa: so hat England seinen Flächenverbrauch durch Recycling von Brachflächen reduzieren können.