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Boden als Produktionsfaktor

Boden in der Landwirtschaft bewerten

Landwirte bewerten Böden nach anderen Maßstäben als Menschen, die ein Grundstück bebauen. Wichtig für die Beurteilung, wieviel ein Boden wert ist, sind z.B. die Fragen wie fruchtbar Böden sind oder wie leicht sie bearbeitet werden können.

© S. Lazar

Wie fruchtbar sind Böden?

Die Bodenfruchbarkeit bestimmt sich u.a. daraus, wie humos und reich an Mineralien Böden sind, wie gut sie durch lüftet sind, d.h. auch welche Anteile an Sand oder Ton überwiegen und ob der Boden verdichtet ist. Vor der Verbreitung von Mineraldüngern, war auch der Kalkgehalt von Böden ein wichtiges Kriterium, da kalkarme und saure Böden meist wenig mineralreich sind.

© S. Lazar

Wie leicht sind die Böden zu bearbeiten?

Wer schon einmal zu Fuß über einen tonigen Boden gelaufen ist, der kann sich vorstellen, dass solche Böden nur schwer zu bearbeiten sind. Sind tonige Böden nass, versinkt man darin, sind sie trocken, werden sie hart. Leichter zu bearbeiten sind sandhaltige Böden. Diese sind allerdings meist wenig fruchtbar. Ideal ist deshalb eine Mischung aus verschiedenen Bodenarten.

© Meier & Weise

Staunässe

Nur wenige Pflanzen können es unbeschadet überstehen, wenn sie längere Zeit mit den Füßen im Wasser stehen. Böden, auf denen sich schnell Stauwasser bildet, werden deshalb aus landwirtschaftlicher Sicht schlechter bewertet. Allerdings kann sich Staunässe auch auf 'guten' Böden bilden, die z.B. durch das Befahren mit schweren Maschinen verdichtet werden.

© S. Lazar

Bodengüte

Die Fruchbarkeit der Böden wurde in den 30-er Jahren für das gesamte Bundesgebiet nach einheitlichen Vorgaben festgestellt. Grundlage war das "Gesetz über die Schätzung des Kulturbodens vom 16. Oktober 1934". Die Bodenschätzwerte (Bodenzahlen) fließen noch heute in Bodenkarten ein. In der Bewertung bildet 100 die höchste Wertzahl. Mit den Wertzahlen 60-80 sind Böden jedoch immer noch sehr fruchtbar.

© A. Rehse

Ansätze zur bodenschonenden Bearbeitung

Um gleichbleibend hohe Erträge zu erhalten, sind die Landwirte auf eine gute Bodenqualität angewiesen. Minderwertige Böden können teilweise durch Technik und Düngereinsatz ausgeglichen werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der bodenschonenden Bewirtschaftung, um Böden in ihrer Qualität zu erhalten.

Situationsbericht Boden: Moderne Landwirtschaft - Gesunde Böden

Informationschrift des Deutschen Bauernverbandes
Der Boden ist der wichtigste Produktionsfaktor für die Landwirtschaft. Die nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Böden ist zentrales Ziel landwirtschaftlicher Bemühungen.
Im UN-Jahr der Böden 2015 sollte es gelingen, die Bedeutung produktiver Böden und die Notwendigkeit der Reduzierung des Flächenverbrauchs mehr in das öffentliche Bewusstsein zu rufen.
Im Situationsbericht Boden werden Daten und Fakten über Böden in Deutschland, deren Zustand und praktische Maßnahmen der Landwirte zum Bodenschutz dargestellt und auf die internationale Verantwortung der landwirtschaftlichen Nutzung in Deutschland hingewiesen.